Vegane Kosmetik

Im Kosmetikbereich unterscheidet man zwischen der tierversuchsfreien Kosmetik, der pflanzlichen Kosmetik und der veganen Kosmetik.
Lächelnde Frau auf Balkon

In der Vergangenheit wurden Kosmetika und ihre Inhaltsstoffe häufig an Tieren getestet, um herauszufinden, welche Wirkung sie entfalten und ob es zu Nebenwirkungen kommt. Die EU-Kommission hat in den letzten Jahren schrittweise alle Tierversuche zu Bestandteilen von Kosmetikprodukten und deren Vermarktung gesetzlich verboten. Inzwischen dürfen europaweit keine Versuche mehr an Tieren durchgeführt werden.

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Allerdings beinhaltet dieses Gesetz Ausnahmen, die in der Industrie Anwendung finden. Sofern Inhaltsstoffe nicht nur für kosmetische Produkte eingesetzt werden, sondern auch für andere Anwendungsgebiete wie Wasch- und Putzmittel, sind Tests an Tieren nicht verboten und sogar vorgeschrieben. Tierversuchsfreie Produkte sind für Verbraucher also nicht einfach zu erkennen und sie sind auch nicht zwangsläufig vegan.

Ähnlich verhält es sich mit der Naturkosmetik, da diese Produkte aus pflanzlichen Zusätzen und Bestandteilen von lebenden Tieren hergestellt werden. Honig oder Rohstoffe aus wirbellosen Tieren dürfen bei der Produktion genutzt werden und somit sind pflanzliche Kosmetika nicht immer vegan.

Vegane Kosmetik zeichnet sich dadurch aus, dass keine Inhaltsstoffe von einem Tier für das Produkt verwendet wurden. Das bedeutet leider nicht, dass keine Tierversuche mit einzelnen Bestandteilen des Produkts stattgefunden haben. 

Tierische Bestandteile in Kosmetikprodukten

Auch wenn Tierversuche schon länger verboten sind, bedeutet das nicht automatisch, dass alle Kosmetika vegan sind.  Die folgenden Zusätze tierischen Ursprungs können in kosmetischen Produkten vorkommen:

Ungesättigte Fettsäuren
Ein häufiger Bestandteil von Kosmetika sind ungesättigte Fettsäuren, die besonders in Kaltwasserfischen wie Hering oder Lachs vorkommen.

Stearinsäure
Die Säure gehört ebenfalls zu den tierischen Inhaltsstoffen in kosmetischen Produkten wie Seife, Kerzen, Kaugummi und Deodorants und stammt aus Schweinemägen.

Aminosäuren
Bei Aminosäuren handelt es sich um Bausteine von Proteinen aller Lebewesen. Sie kommen in Hörnern, Haaren und Borsten vor.

Ein weiterer bekannter Inhaltsstoff, der von Tieren gewonnen wird, ist Gelee Royale, das von Honigbienen normalerweise als Futter für ihre Larven dient. Auch Bienenwachs und Lanolin (Wollfett) sind beliebte Zusätze in Hautpflegeprodukten.

Vegane Alternativen in Kosmetika

Ähnlich wie bei den veganen Lebensmitteln wurden im Bereich der Schönheitspflege in letzter Zeit viele vegane Produkte entwickelt und Inhaltsstoffe aus pflanzlichen Quellen eingesetzt. Hier zeigen wir Ihnen einige Zusätze, die in nicht-tierischen Produkten verwendet werden:

Ungesättigte Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind nicht nur ein wichtiger Teil der Ernährung, sie spielen auch in der Kosmetik eine Rolle. Die ungesättigten Fettsäuren werden nicht mehr nur aus Kaltwasserfischen wie Hering oder Lachs gewonnen, sondern sind als pflanzliche Alternative in Ölen wie Leinöl, Chiaöl oder Walnussöl vorhanden. Die enthaltene Alpha-Linolensäure muss allerdings erst noch vom Körper in Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) umgewandelt werden.

Stearinsäure
Vegane Alternativen für die Stearinsäure sind pflanzliche Fette wie aus Kokosnüssen, Haselnüssen und Kakaobutter.

Sheabutter
Dieses Pflanzenfett wird aus der Kariténuss gewonnen und kommt im Kosmetikbereich als Creme vor.

Jojobaöl
Jojobaöl ist eigentlich ein Wachs, das aus den gepressten Nüssen des Jojobastrauchs gewonnen wird. Es wird bei Zimmertemperatur flüssig und daher oft als Öl bezeichnet. Jojobasträucher gehören zu den immergrünen Wüstenpflanzen und können ganze 200 Jahre alt werden. In der Kosmetik wird Jojobaöl zum Einreiben genutzt.

Arganöl
Das Öl stammt aus den Nüssen des Arganbaumes und enthält mehr als 80 % Linol- und Ölsäure. Außerdem besitzt es einen sehr hohen Gehalt an Antioxidantien.

Hyaluronsäure
Die Hyaluronsäure ist eine körpereigene Substanz in den Hautzellen und wird in speziellen Bindegewebszellen hergestellt.

Sojawachs
Auf der Basis von Sojaöl wird das Sojawachs hergestellt, das zum Beispiel in der Lippenpflege zum Einsatz kommt.

Reiswachs
Eher unbekannt ist das sogenannte Reiswachs, das als Nebenprodukt der Reisölgewinnung anfällt. Als Ersatz für Bienenwachs kommt es in Lippenpflege oder Pflegebutter vor.

Erfahren Sie neben den Informationen zu der veganen Kosmetik auch etwas über die vegane Kleidung!